Verflüchtigung der Worte

 



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geschrieben 2013

Es ist Sonntag früh.

Es ist noch kalt und dunkel und ich tapse auf einem Flohmarkt umher.

Alleine, das ist nicht schlimm.

Ich sehe mich um:

Jedes Stück hier hat sein Stück Geschichte in sich, so wie jeder Mensch.

Manchen sieht man es mehr an, sie haben Gebrauchsspuren, wirken abgenutzt. Manche sind wieder neu aufgeputzt.

Auch wir Menschen können das selbe mit uns selbst machen. Können uns wieder neu zurechtmachen, so tun, als seien wir immer noch wie neu.

Als hätte die Zeit und das Leben keine tiefen Furchen auf unserer Seele hinterlassen. Als wäre nicht jeder Gedanke in uns hinein geritzt. Bei manchen sieht man es sogar auf der Haut, wenn man genauer hinsieht. Des einen Arme sind von oben bis unten vernarbt, des anderen Gesicht übersäht mit Lachfalten.

 

 

Manchmal sehe ich mit meinen siebenundzwanzig Jahren so abgespannt aus, dass ich es kaum glauben kann. Dabei arbeite ich nicht schwer. Ich habe zu Essen und kann schlafen. Dennoch ist da immer wieder etwas, das an mir nagt. Unsere Dämonen werden wir nicht los. Sie schleichen sich abends auf Zehenspitzen in die Zimmer und erschrecken uns aus Schattenecken zu Tode, sodass wir kreidebleich einschlafen.
Doch jetzt ist die Nacht noch nicht gekommen. Noch kann ich die sich mischenden und doch eindeutig zu unterscheidenden Düfte in langen Atemzügen einsaugen. Frische Gewürze von der einen Seite und der süßliche Duft reifer Melonen kreuzt wehend von der anderen Seite meinen Weg. Ich sehe Leute Leckereien kaufen. Obst, Gemüse, türkischen Honig und kleine Pistaziensäckchen.
Ich versinke knietief in Zukunftswünschen. Ich wäre auch gerne komplett. Mann, Kind, Haus und Hof. Bilderbuch. Eine ganz normale Existenz. Blumen und Dominosteine auf dem Frühstückstisch. Abends bei schwachem Lichtschein Märchen lesen. Im Park eine Schaukel anstoßen.
Ich weiß, ich bin noch jung. Ich kann noch alles erleben, was ich mir wünsche. Ich frage mich nur, wann das alles beginnt. Ob ich anhalten kann bis dahin. Ob ich irgendetwas tun kann, um es tatsächlich Realität werden zu lassen, oder ob ich aufhören sollte diese Träume zu träumen.

16.1.16 16:01
 
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